Bulgarien

Lage:
Die Republik Bulgarien liegt im östlichen Teil der Balkanhalbinsel. Sie grenzt im Norden an Rumänien mit der Donau als Grenzfluss, im Osten an das Schwarze Meer, im Süden an die Türkei und Griechenland und im Westen an Mazedonien und Serbien. Die Hauptstadt Sofia liegt im Westen des Landes.
Fläche: 110.994 km².

Klimainformationen:
Bulgarien hat gemäßigt kontinentales Klima. Während das Klima in West-Bulgarien dem mitteleuropäischen Klima ähnelt, hat Süd-Bulgarien ausgesprochenes Mittelmeerklima. An der Schwarzmeerküste sind Herbst und Winter sehr mild. Auf den Bergen liegt von November bis April Schnee.

Beste Reisezeit:
Die beliebtesten Reisemonate sind Juli und August. Für Wintersportler bieten sich die Monate Dezember bis Anfang März an.

Sprache:
Die Landessprache ist Bulgarisch. In größeren Hotels wird auch Englisch und Deutsch gesprochen bzw. verstanden.

Zeitverschiebung:
In Bulgarien gilt die Osteuropäische Zeit. Sie entspricht Mitteleuropäische Zeit (MEZ) +1 Stunde.
Da auch in Bulgarien die Sommerzeit gilt, bleibt der Zeitabstand von 1 Stunde immer erhalten.

Einreise für Deutsche:
Visumfrei für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen pro Halbjahr. Notwendig sind: mindestens 3 Monate gültiger Reisepass oder Personalausweis, Rück- oder Weiterreisetickets und -dokumente sowie ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt. Als Nachweis des EU-weiten Versicherungsschutzes ist die Europäische Krankenversicherungskarte mitzuführen (eine private Auslandsreisekrankenversicherung wird zusätzlich empfohlen).

Souvenirs:
Gewobene Decken oder Teppiche, Stickereien, Gefäße aus Holz, Kupfer oder Messing sowie bunte Keramik.

Sehenswertes:
Sofia
Bulgariens von Bergen umgebene Hauptstadt ist freundlich, gepflegt und überschaubar. Eine malerische Altstadt hat sie nicht, aber zahlreiche mittelalterliche Kirchen. Die älteste, Sveti Georgi, steht im Hof des Hotels „Balkan“. Der bescheidene Rundbau stammt aus dem fünften Jahrhundert und ruht auf den Fundamenten eines 300 Jahre älteren Römerbads. Die restaurierten Innenfresken stammen aus dem 11. bis 15. Jahrhundert.
Neben dem „Balkan“ steht die Bujuk-Moschee, die heute als archäologisches Museum dient. Unermesslich wertvolle Goldschätze aus dem achten bis vierten vorchristlichen Jahrhundert werden dort bewacht. Die monumentale Alexander-Nevski-Kathedrale von 1912 im Zentrum der Stadt ist eine Schatzkammer voller altbulgarischer Ikonen und Handschriften.
Die orthodoxe Kathedrale ist nicht sehr alt, denn sie wurde erst 1912 vollendet. Sie ist aber großartig ausgestattet und ausgemalt. Der Gottesdienst im schummrigen, kerzenbeleuchteten Raum mit dem traditionellen liturgischen Chorgesang ist ein Erlebnis.
Acht Kilometer südwestlich der Hauptstadt, in einem schattigen Garten, dem ehemaligen Friedhof des hübschen Vororts Bojana, steht eine Kirche aus dem zehnten Jahrhundert. Sie wurde 1260 von einem unbekannten Meister ausgemalt. Die Bildnisse des Stifterehepaars Kalojan und Dessislava gehören zu den besten mittelalterlichen Portraits im ganzen Abendland.
Plovdiv
Bulgariens zweitgrößte Stadt liegt in der Thrakischen Ebene. Ihre Altstadt mit den schmalen Gassen ist ein lebendiges Museum. Hier wurde viel Historisches restauriert. Im Zentrum sieht man eine spätmittelalterliche Moschee, daneben ein ungewöhnlich gut erhaltenes antikes Theater. In stillen Gärten hinter dicken Mauern stehen die bunten, komfortabel ausgestatteten Villen der alten Plovdiver Kaufherren. Viele sind fein restauriert, beherbergen zum Teil wertvolle Sammlungen und können besichtigt werden.
Rila-Kloster
Bulgariens größtes und ältestes Kloster, das in einem bewaldeten Talkessel des Rila-Gebirges liegt, ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit des Landes. Seit 1983 zählt es zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die prachtvollen Gebäude, wie man sie heute sieht, wurden allerdings erst im 19. Jahrhundert gebaut, denn das alte Kloster brannte 1833 ab. Nur der Hreljo-Turm von 1335 blieb erhalten.
Doch die Baumeister, Holzschnitzer und Kirchenmaler, die das Kloster vor 150 Jahren wieder aufbauten, leisteten hervorragende Arbeit. Das Gebäudeviereck mit seinen Arkadengängen und der schwarz-weißen Bandbemalung, mit den Außentreppen, Vorbauten und der gewaltigen Bergkulisse ringsum ist sehr eindrucksvoll. Schier überwältigend sind die Fresken, Ikonen und Schnitzarbeiten in der umlaufenden Galerie wie im Innenraum der kuppelgedeckten Kirche, die mitten im Hof steht. Außerdem kann man neben einem reich bestückten Museum auch die eindrucksvolle alte Klosterküche besichtigen.
Koprivstica
Das Teppichweber-Dorf im Topolnica-Tal, einem schönen grünen Gebirgstal, ist ein Musterbeispiel altbulgarischer Wohnkultur und steht unter Denkmalschutz. Die Häuser – mit gemauertem Untergeschoss und einem Obergeschoss aus Holz – stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, aus einer Zeit, zu der die Bürger von Koprivstica durch Weben und Teppichknüpfen wohlhabend geworden waren. Man sieht dies an der Architektur, an den aufwendigen Erkern, den Veranden und vielen Fenstern der Häuser. Außen sind die Häuser oft kunstvoll bemalt; innen haben sie feingeschnitzte Zimmerdecken und sind mit wertvollen Teppichen und kostbaren Möbeln ausgestattet. Der Staat hat viel Geld in die Restaurierung der Häuser gesteckt, zahlreiche Gebäude können auch besichtigt werden. Das besonders reich geschmückte Oselkov-Haus von 1856 wurde als ethnographisches Museum eingerichtet.
Veliko Tarnovo
Dieser Ort ist überaus malerisch gelegen. Eng aneinander geschmiegt türmen sich die alten Häuser über den Steilufern der Jantra. Der stark gewundene Fluss bildet drei hügelige Halbinseln, auf denen sich die ockerfarbene Wohnbauten, Kirchen und Paläste samt Treppengassen, Türmen und Mauern verteilen. Vieles in Veliko Tarnovo wurde sorgsam restauriert; anschließend hat man den gesamten Stadtkern unter Denkmalschutz gestellt. Im Mittelalter war Veliko Tarnovo Bulgariens Hauptstadt. Im ältesten Stadtteil, auf dem Hügel Caravez, stehen noch Reste des einst riesenhaften Zarenpalastes und der dazugehörigen 21 Kirchen. Der Palast entstand im 13. und 14. Jahrhundert. Besser erhalten, weil fünfhundert Jahre jünger, ist die Karawanserei des Hadzi Nikoli mit ihrem schönen Arkadenhof, die heute ein Volkskundemuseum ist.
Etara
Das bulgarische Freilichtmuseum liegt südöstlich der Industriestadt Gabrovo. Wohn- und Handwerkerhäuser, Mühlen und Kaufläden, Brunnen und Brücken aus vergangenen Jahrhunderten gruppieren sich zu einem idyllischen, märchenhaft anmutenden Dorf. Die alten Häuser wurden aus allen Landesteilen zusammengetragen und sorgsam restauriert. In den historischen Werkstätten wird gewebt, gehämmert und getöpfert, im Bäckerladen gibt es frisches Brot und im Café traditionelles Gebäck.

Tal der Rosen
Südlich vom Balkan-Gebirge, zwischen Klisura und Kazanlak, zieht sich über 80 km das „Tal der Rosen“ hin. Millionen dieser wunderschönen Pflanzen blühen hier, dunkelrosa und wohlriechend. Das berühmte Tal lohnt auch einen größeren Umweg – freilich nur im Mai und Juni und dann sehr früh am Tag. Denn zu dieser Zeit, wenn sich die Blüten der „rosa demascena“ gerade öffnen, sind die endlos langen Felder am schönsten. Die Kulturen dienen allerdings nicht dem schönen Anblick, sondern der Gewinnung von Rosenöl. Darum werden die Blüten auch gepflückt, bevor die Sonne ihnen zusetzt, und in die Destillerien von Kalofer, Karnare oder Rosino gebracht.
Nicht nur Rosen werden im Rosental angebaut, sondern auch Lavendel und Pfefferminze. Daraus werden ebenfalls ätherische Öle gewonnen. So sind die Täler im Sommer oft von einem überwältigenden Duftgemisch erfüllt.
Nationalpark Pirin
Dieses 27.400 Hektar große Areal im Pirin-Gebirge kam 1983 auf die von der UNESCO geführte Liste des Natur-Welterbes. Der Park hat alpinen Charakter. Neben 81 Zweieinhalbtausendern – zwei Gipfel sind sogar über 2.900 m hoch – gibt es hier 175 Gebirgsseen, dazu zahlreiche Flüsse, Bäche, Wasserfälle, Karsthöhlen und Schluchten. Zur reichen Flora des Parks kommt eine umfangreiche Fauna: Gämsen, Bären, Wildkatzen, Füchse, Wölfe, Steinadler, Schmutzgeier sowie viele andere Tierarten.
Naturschutzgebiet Srebarna
Der Srebarna-See ist der Rest eines alten Flussarmes und ein wichtiger Rast- und Brutplatz für Sumpf- und Wasservögel. Zwei Drittel der Fläche bestehen aus Schilf, das von Kanälen und kleineren Wasserflächen durchzogen wird. Eine große Kolonie von Krauskopf-Pelikanen hat sich auf eine Schilfinsel zurückgezogen. In einem modernen Gebäude am Westufer erhalten Besucher Informationen und können über eine ferngesteuerte Telekamera Beobachtungen machen. Auch Srebarna wurde zum Naturschatz des Welterbes erklärt.