Ägypten

Lage:
Ägypten liegt im Nordosten Afrikas zwischen dem 22. und 32. Grad nördlicher Breite. Es grenzt im Osten an das Rote Meer und Israel, im Norden ans Mittelmeer, im Westen an Libyen und im Süden an den Sudan.
Fläche: 1.002.000 km².

Klimainformationen:
Ägypten hat teils subtropisches, teils Wüstenklima. Der nördliche Teil des Landes hat ausgesprochenes Mittelmeerklima. Nur in dieser Gegend gibt es so etwas wie Jahreszeiten. Der Süden des Landes hat zwei Jahreszeiten, eine relativ kühle, in der lediglich um die Mittagszeit hohe Temperaturen gemessen werden, und eine heiße Jahreszeit. In den Wüstengebieten bestehen große Unterschiede zwischen den gemessenen Tages- und Nachttemperaturen.
Die angenehmste Jahreszeit sind die Monate von Oktober bis April, speziell die Monate von Dezember bis Februar. Die Mittagstemperaturen liegen dann selten über 25°C, und die Nächte sind mit Temperaturen um die 10°C kühl. Ab Ende April wird es jedoch heiß. Zu dieser Zeit werden in Kairo im Allgemeinen Tagestemperaturen von über 35°C gemessen. Temperaturen von 40-45°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit sind dann keine Seltenheit. Ab Luxor und weiter südlich sowie in den Wüstengebieten liegen die Temperaturen zu dieser Zeit bei 40°C, an der Mittelmeerküste bei 30-35°C. Die Nachttemperaturen liegen von Ende April bis September selten unter 20°C. Die Luftfeuchtigkeit ist mäßig.
In Kairo üblicherweise gemessene Temperaturen: Der kälteste Monat ist der Januar. Zu dieser Zeit werden morgens ca. 9°C, mittags ca. 19°C gemessen. Der heißeste Monat ist der Juli, in dem die Temperaturen morgens bei etwa 22°C und mittags bei rund 35°C (im Schatten!) liegen.
In Assuan gemessene Temperaturen: Januar ca. 8°C bzw. ca. 23,8°C; Juli ca. 24,5°C bzw. ca. 41°C.

Beste Reisezeit:
Für Alexandria, Kairo und die Mittelmeerküste ist das ganze Jahr über Reisezeit. Für Oberägypten eignen sich die Monate Oktober bis April; für die Oasen Oktober bis Mai (im Dezember und Januar ist es nachts dort sehr kalt). Bei Reisen nach Kairo sollte man immer beachten, dass die Sommermonate dort SEHR WARM werden!

Sprache:
Die Staatssprache Ägyptens ist Arabisch. Als Korrespondenzsprache im Verkehr mit dem Ausland wird Englisch gesprochen.

Zeitverschiebung:
Mitteleuropäische Zeit (MEZ) +1 Stunde
In Ägypten ist von Anfang Mai bis Ende September ebenfalls Sommerzeit. Daher beträgt der Zeitunterschied während dieses Zeitraums europäische Sommerzeit +1 Stunde. An den wenigen Tagen, an denen bei uns bereits/noch die europäische Sommerzeit gilt, in Ägypten aber noch Normalzeit ist, besteht kein Zeitunterschied.

Einreise für Deutsche:
Als Touristen Visum bei Ankunft auf dem Flughafen für 30 Tage gegen eine Gebühr von 15 US-$ erhältlich (Hinweis: durch zusätzliche Servicegebühren aufgrund der Visumbesorgung kann der geforderte Betrag jedoch wesentlich höher ausfallen!). Notwendig sind: mind. 6 Monate gültiger Reisepass oder Personalausweis (bei der Einreise mit Personalausweis müssen zusätzlich unbedingt zwei separate biometrische Passbilder mitgebracht werden!) und ein bestätigtes Rückreiseticket.

Souvenirs:
Im Bazar, im Souk, wird gehandelt. Gewürze, Stoffe, Messingarbeiten und natürlich Teppiche und Goldschmuck wird gerne gekauft. Das Gold hat einen festen Preis, wird meist mit 18 Karat gehandelt und ist relativ günstig, wenn auch nicht immer im mitteleuropäischen Geschmack ausgearbeitet. Das Handeln gehört für den Ägypter zum Vergnügen, es wird auch von den Touristen erwartet. Man braucht jedoch keine Sorge zu haben, die Preise zu niedrig zu drücken, die Händler setzen hoch genug an. Bei der obligatorischen Einladung zu einer Tasse Tee testen die Verhandlungspartner das jeweilige Durchhaltevermögen. Gut ist es, wenn man vor einem größeren Kauf den ungefähren Preis des Stückes im Hotel oder von Freunden erfragt hat.

Sehenswertes:
Kairo
Kairo, auf Arabisch El-Kahira, was so viel heißt wie die „Siegreiche“, ist die Hauptstadt Ägyptens und zugleich die größte und bedeutendste Metropole Afrikas sowie auch der islamischen Welt. Trotz der Tradition, Mittler zwischen Christentum und Islam zu sein, ist Kairo eine islamische Stadt und seit über tausend Jahren mit der weltberühmten Universität an der Al-Azkar-Moschee geistiges Zentrum der Muslime. Im Gegensatz dazu steht die christlich-koptische Kultur mit ihren Kirchen. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie die Sultan-Hassan-Moschee, die El Hakim-Moschee, die Ak Sunkur-Moschee, auch „Blaue Moschee“ genannt, die Ibn-Tulun-Moschee, das renommierte Ägyptische Museum sowie die Pyramiden am Stadtrand von Kairo ziehen jedes Jahr Millionen von Besuchern an.
In Kairo treffen Tradition und Moderne aufeinander, wie kaum anderswo. Die prachtvollen Geschäftsstraßen und Boulevards sowie der hektische Autoverkehr stehen im Gegensatz zum Leben im alten Kairo mit den bunten Märkten, den traditionellen Teestuben und den vielen fremdartigen Eindrücken und Gerüchen. Wichtigster Orientierungspunkt in der Stadt ist der Nil, der die Stadt wie eine Lebensader durchquert. Vom Aussichtsrestaurant des Kairo Towers hat man einen guten Blick auf das Häusermeer der Millionenstadt und die Wüste, die sie wie ein Saum umgibt.
Kairo ist aber auch eine Stadt mit einem großen Gegensatz zwischen Arm und Reich. Die Millionen-Metropole leidet unter einer erheblichen und ungeordneten Zuwanderung. Die Infrastruktur kommt hinter dieser Entwicklung nicht her. Riesige Slumgebiete und Arbeitslosigkeit sind die Folge. Dazu kommen Staub, Schmutz, Lärm und Smog. Der Besucher sollte sich auf diesen „Kulturschock“ etwas vorbereiten, erwartet ihn doch eine sich erheblich von der westlichen Lebensweise unterscheidende Kultur. Nur so kann man sich auf Kairo einlassen und die Stadt genießen.
Pyramiden
Am bekanntesten sind die zu den sieben Weltwundern der Antike zählenden Pyramiden von Gizeh. Die drei Bauwerke der Pharaonen Cheops, Chefren und Mykerinos geben mit ihren perfekten Proportionen noch heute manches Rätsel auf. Zu den Pyramiden gehören Verehrungstempel, Taltempel, das Museum der Sonnenbarke des Cheops und natürlich der Sphinx. Dieser Wächter ist ein Abbild des Pharao und war jahrhundertelang vom Wüstensand begraben.
In der Nähe von Memphis stehen in Sakkara die Stufenpyramiden des Djoser und des Unas. Diese Bauwerke gelten als Vorläufer der großen Pyramiden und wurden von Imhotep im dritten Jahrhundert v. Chr. erbaut. Besonders schön sind auf diesem Gelände auch die Grabkammern des Ti mit Szenen aus dem ägyptischen Alltag. In den Grabkammern des Serapeums wurden die heiligen Apis-Stiere balsamiert und beigesetzt.
Alexandria
Ägyptens zweitgrößte Stadt Alexandria wurde 332 v. Chr. von Alexander dem Großen gegründet, um die griechische Handelsniederlassung in Ägypten, Naukratis, durch einen Seehafen zu ersetzen. Sie stieg zur Hauptstadt des Ptolemäer-Reichs auf und wurde später eine der größten Städte des römischen Imperiums. Die Stadt hat zwei Häfen. Der Osthafen erlebte im Mittelalter eine Blütezeit. Heute kann man von hier aus eine Ausflugsfahrt mit dem Boot machen oder ein Boot für eine Rundfahrt in der Bucht von Alexandria mieten. Der in der ptolemäischen Epoche entstandene Westhafen ist nach Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen, etwa dem Bau eines Ölumschlaghafens, auch heute noch ein wichtiger Warenumschlagplatz – rund 60 Prozent der ägyptischen Im- und Exporte werden hier abgewickelt.
glich ist, ist von einem schönen Park umgeben. Hier finden in den Sommermonaten immer freitags orientalisch-westliche Popkonzerte statt.
Suez-Kanal
Nach den nicht durchführbaren Ideen Napoleons führte Ferdinand de Lesseps Berechnungen zum Bau einer Verbindung zwischen Mittelmeer und rotem Meer durch, so dass der Bau 1859 begonnen werden konnte. Der Suez-Kanal wurde Ende 1869 eröffnet. Die Finanzierung des Baus brachte Ägypten in wirtschaftliche Abhängigkeit vor allem von Großbritannien, was zu Krisen und Kriegen führte. Heute ist die gut befahrene Wasserstraße eine der wichtigsten Einkommensquellen des ägyptischen Staates.
Oasen
Die großen Oasen Ägyptens, die selten von Touristen besucht werden, liegen alle in der westlichen (Libyschen) Wüste. El Kharga, Baharija, Farafra und Dakhla bilden zusammen das New Valley. Die ziemlich unterentwickelte Region soll durch die Ansiedlung von Landwirten weiterentwickelt werden. Für Touristen besteht die Möglichkeit, auf der Karawanenroute Darb el Arba´aim mit dem Auto die Oasen zu besuchen. Dafür sollte man sich mindestens vier bis sechs Tage Zeit nehmen. Bei dem Besuch einzelner Oasen sollte man Baharija und Farafra von Kairo, Kharga und Dhakla von Luxor aus anfahren. In den Oasen stehen einfache Unterkünfte zur Verfügung.
Die Oase Siwa ist 300 km im Landesinneren im Nordwesten der Libyschen Wüste gelegen. In dieser natürlichen Senke unter dem Meeresniveau wachsen über 250.000 Dattelpalmen mit dem Wasser von über 200 Quellen.
Die Oase Baharija ist die nördlichste der nun folgenden Oasen auf der Höhe der Nilstadt El Minia. Aus der Zeit der Pharaonen ist ein Grab zu sehen und Malereien aus der 18.-19. Dynastie. Von Baharija führt eine befestigte Straße nach Süden durch die imposante Weiße Wüste nach Farafra. In dieser kleinen Oase prägen Lehmhäuser das Bild. Die Oase Dakhla besteht aus mehreren recht weit verstreuten Dörfern.
Die Oase El Kharga ist die südlichste und dem Nil am nächsten Oase. El Kharga bemüht sich von allen Oasen am meisten um Touristen. Die Besiedlung erstreckt sich über fast 200 km in Nord-Süd-Ausdehnung. Die Verbindungsstraße nach Norden (Richtung Assiut) geht durch ein landschaftlich höchst interessantes Gebiet, dem Tal der Melonen. Riesige Felskugeln säumen hier den Weg. In den Dörfern von El Kharga befindt sich als Sehenswürdigkeit der besterhaltene Perser-Tempel in der Libyschen Wüste, der Ammun geweihte Tempel von Hibis. Der 430 m hohe Gebel el Teir (Berg der Vögel) birgt frühe Mausoleen der Christenheit aus dem vierten bis sechsten Jahrhundert n. Chr.
Luxor
In der Glanzzeit des pharaonischen Reiches zählte die Stadt Theben rund eine Millionen Einwohner. Heute noch beeindrucken die Tempel im Osten der Stadt und die Totenstädte am Westufer des Nils die Besucher. Luxor hat so viele sehenswerte Denkmäler, dass im Folgendem nur eine Auswahl angedeutet werden kann.
Am Luxor-Tempel in der Stadtmitte wird kein Besucher vorübergehen. Er ist absolut sehenswert und kann zu Beginn oder am Ende eines Tagesprogramms eingebunden werden.
Die größte Tempelanlage Ägyptens ist jedoch der Karnak-Tempel im Norden Luxors. Ca. 1700 Jahre lang wurde an seiner komplexen Struktur gebaut. Der große Säulensaal besitzt 134 Säulen, die in 16 Reihen auf einer Fläche von 5408 m²aufgestellt sind.
Das kleine Luxor-Museum ist eine Köstlichkeit für sich und selten überfüllt.
In Luxor kann jeder interessierte Besucher ohne jede Programmwiederholung gut zwei Wochen ausfüllen. Die großen Höhepunkte werden von jedem Veranstalter auch in 1-2 Tagen abgearbeitet. Individualisten kommen mit geliehenen Fahrrädern oder mit Taxis gut durchs Tagesprogramm. Und wenn die „Steine“ doch einer Abwechslung bedürfen, bietet der Bazar eine farbenprächtige Abwechslung.
Assuan
Assuan liegt 800 km südlich von Kairo am ersten Nilkatarakt. Wegen des angenehmen Klimas – im Winter werden 25°C erreicht – nutzen viele Reisende die Stadt auch als Winterkurort. Dieser malerische Ort mit den typischen Segelbooten auf dem Nil sollte bei keinem Ägyptenbesuch fehlen. Mehr noch als die Ausflüge auf die Insel Elefantine, den Besuch des Mausoleums des Aga Khans mit dem grandiosen Blick auf den Nil oder den Besuch der Steinbrüche sollte man die Stimmung der Stadt und der Bazare genießen. Natürlich sollte auch eine Fahrt auf dem Nil in einem der kleinen Segelboote nicht fehlen oder sogar Zeit für einen Sonnenuntergang vor der Terrasse des Cataract-Hotels bleiben.
Der Nil ist das beherrschende Thema Assuans. Der Isistempel auf der Insel Philae wäre nach Fertigstellung des neuen Staudammes völlig überflutet worden und wurde auf die Nachbarinsel Angilkia umgesetzt. Schon bei Tag ein zauberhaftes Vergnügen bietet die abendliche Sound-and-Light-Show ein stimmungsvolles Erlebnis ohnegleichen.
Sinai
Die Halbinsel Sinai stellt die Landbrücke zwischen Afrika und Asien dar. Die höchste Erhebung ist im Süden der „Gebel Katharin“ (2.642 m) inmitten der rostroten schroffen Bergmassive. Das Katharinenkloster liegt auf 1.500 m Höhe und wird vom Berg Musa überragt. Der Legende nach steht das Kloster an der Stelle des brennenden Dornbusches. Nicht versäumen darf man eine frühmorgendliche Besteigung des Berges, auf dessen Gipfel der Bibel zufolge Moses die Gesetzestafeln der zehn Gebote entgegengenommen hat. Für den Aufstieg (zunächst Serpentinen bergan, die auch mit der Hilfe von Kamelen gemeistert werden können, dann ca. 2.500 Stufen) werden zwei bis drei Stunden benötigt. Man braucht für den Aufstieg eine gute Kondition sowie warme Kleidung für die Zeit bis nach Sonnenaufgang.
Bekannt ist der Sinai auch für seine Badeorte, darunter Sharm el Sheick, Dahab und Nuweiba. Das Rote Meer und der Golf von Akaba sind ideale Tauchreviere und durch das warme trockene Klima beliebte Touristenorte. Tauchkurse werden vor Ort angeboten.